An der Süderelbe liegen zwei Naturschutzgebiete, die ihren Ursprung, ihre Vergangenheit und (mit Einschränkung) ihre heutige Gestalt miteinander teilen Zu ihnen gehört der Fluss, der sie eher verbindet als trennt. Es sind dies zum einen das nördlich der Elbe gelegene Heuckenlock und zum anderen sein südliches Gegenüber Schweenssand. Die Auwälder des Heuckenlock zählen zu den vogelreichsten Gebieten in Hamburg.
Ihre prägende Besonderheit erfährt die Landschaft durch das Stromspaltungsgebiet der Elbe, das durch den nach-eiszeitlichen Anstieg des Meeresspiegels und den damit verbundenen Gezeitenrückstau entstanden ist. Hier bildete sich nach Ende der Eiszeit eine Sumpf- und Wasserwildnis mit ausgedehnten Auwäldern. Als Rest dieses Gebietes ist bis heute der Ufersaum auf einer Länge von etwa vier Kilometern und einer Breite bis zu 400 Metern beiderseits der Elbe erhalten geblieben. Zwischen Röhricht und Auwald hat sich eine Vielzahl unterschiedlich spezialisierter Pflanzen angesiedelt. Generell gehören die beiden Naturschutzgebiete zu den artenreichsten Flächen Hamburgs, rund 700 wurden hier gezählt. Dazu gehören seltene Arten wie die Wiebels-Schmiele und der Schierlings-Wasserfenchel. Heute werden beide Pflanzen weltweit nur noch im Süßwasser-Tidegebiet der Elbe gefunden. An seltener überschwemmten Stellen leuchtet im Frühjahr die Sumpfdotterblume über den kurzwüchsigen Wiesenflächen ehe sie im Sommer vom Röhricht überwuchert wird. Oberhalb der Röhrichte bedeckt das Rohrglanzgras teilweise große nährstoffärmere Flächen, während dichte Brennnesselwälder auf den nährstoffreicheren Abschnitten dominieren. Dort, wo früher auf größeren Flächen Auwald und Röhricht kultiviert wurden und Wiesen als Weideflächen entstanden, wächst die selten gewordene Schachbrettblume. So artenreich wie die Flora ist auch die Fauna, die sich den unterschiedlichen Vegetationsgebieten des NSGs angepasst haben. Das tägliche Kommen und Gehen der Flut prägt den Standort des mächtigen Tideröhrichtgürtels. Viele verschiedene Vogelarten brüten, rasten und verbergen sich in dem undurchdringlichen Halmgewirr. Ein Heer von Spinnen, Käfern, Fliegen, Läusen, Milben und Schmetterlingen, das an und in den Schilfhalmen lebt, versorgt sie mit reichlich Nahrung. Großvögel wie Storch und Rohrdommel kommen zur Nahrungssuche. Gut versteckt im Schilf lauern der Graureiher und auf Baumstümpfen der Kormoran mit scharfen Blicken auf den Beutefisch. Im Winter kommen auch Meisen, Zaunkönige, Rotkehlchen und Heckenbraunellen von weither angeflogen, um sich zu beköstigen. Die meisten der vielen Vogelarten bevorzugen das urwaldähnliche Heuckenlock als Brut- oder Rückzugsgebiet, da es im Laufe der Jahre weniger Eingriffe des Menschen erleiden musste als Schweenssand.
| Ort | Deutschland - Hamburg |
| Webseite | https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/themen/naturschutz/naturschutzgebiete/heuckenlock-schweenssand-173158 |
| Fläche | 88,30ha |
| Gründungsjahr | 1977 |
| IUCN Kategorie | IV |
| DtP ID | f34af33a-12ba-41e5-a6d1-75cb0b9df342 |
| Name und Abteilung |
Freie und Hansestadt Hamburg; Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft;
Naturschutz; Management der Hamburger Naturschutzgebiete, Biotopverbund |
| Webseite | https://www.hamburg.de/naturschutz/ |
| Anschrift |
Neuenfelder Straße 19
21109 Hamburg Deutschland |
Habitat
Flüsse mit Schlammbänken mit Vegetation des Chenopodion rubri p.p. und des Bidention p.p.
Flora
Schierlings-Pferdesaat
Fauna
Finte
Fauna
Meerneunauge
Habitat
Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae)
Habitat
Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe
Verordnung über das Naturschutzgebiet Heuckenlock
19. Juli 1977