"Wer nicht will deichen, der muß weichen", hieß einst das Gebot der Bauern, die seit Jahrhunderten in den Vier- und Marschlanden siedeln und Land und Hof vor den Fluten der Elbe schützen mussten. Die Geschichte des Deichbaus am Strom erzählt jedoch auch von verheerenden Deichbrüchen. Durch diese schoss das Wasser mit enormer Wucht ins Hinterland und spülte dabei tiefe Senken, die sogenannten Bracks, aus. Die blieben als Relikte hinter den wieder aufgebauten Deichen zurück und gehören zu den typischen Landschaftsmerkmalen der Elbmarschen. Viele der Bracks sind verfüllt worden oder von selbst verlandet. Ihre ehemalige Lage ist noch heute gut an den Windungen alter Deiche zu erkennen. Nahezu ursprünglich erhalten ist das Kiebitzbrack in den südöstlichen Vier- und Marschlanden, das dem Naturschutzgebiet seinen Namen gab.
Das Landschaftsbild des 35 Hektar großen Naturschutzgebiets ist geprägt vom Brack mit seinen dichten Röhrichtzonen, von Erlenbruchwald, Grünlandflächen und einem im Westen gelegenen kleinen Nadelholzbestand. Im Gegensatz zu dem landschaftsfremden Nadelholz gehören zur charakteristischen Vegetation des Naturschutzgebietes die Röhrichte und Großseggen mit manchen Begleitarten wie Sumpfiris oder Schwanenblume. Auffällig sind die großen Bestände an Teichrosen, deren volle gelbe Blüten vom späten Frühjahr bis zum Herbst aus den Wasserflächen leuchten. Im Naturschutzgebiet haben gefährdete Amphibien und Reptilien wie Moorfrosch oder Ringelnatter und Waldeidechse ein sicheres Domizil gefunden. Die großen Röhrichtflächen und der Erlenbruchwald sind Lebensraum für viele Vögel, darunter seltene wie Teichrohrsänger, Eisvogel oder Rohrweihe. Großvögel wie Storch und Graureiher kommen zur Nahrungssuche. Interessant ist das Leben unter Wasser im bis zu zehn Meter tiefen Brack. Bedingt durch die steilabfallenden Wände des ehemaligen Strudellochs kann der Wind das Wasser nicht bis in größere Tiefen umwälzen. So bildet sich im Sommer eine stabile Wasserschichtung mit einer warmen, etwa 1,5 m dicken Deckschicht, unter der die Temperatur deutlich abnimmt und bis 6 m nur noch ca. 8° C beträgt. Bereits ab 2,5 m herrscht starker Sauerstoffmangel, was dazu führt, dass der Wasserkörper darunter weitgehend unbelebt ist. Die sauerstoffreiche und warme Oberschicht aber ist reich an Fischen. Nachgewiesen sind 14 Arten, darunter Rotfeder, Moderlieschen, Brassen, Steinbeißer, Schlammpeitzger.
| Ort | Deutschland - Hamburg |
| Webseite | https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/themen/naturschutz/naturschutzgebiete/nsg-kiebitzbrack-173072 |
| Fläche | 29,17ha |
| Gründungsjahr | 1985 |
| IUCN Kategorie | IV |
| DtP ID | 5b1b7ed3-04aa-40ca-ad71-e3e56d8d0adb |
| Name und Abteilung |
Freie und Hansestadt Hamburg; Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft;
Naturschutz; Management der Hamburger Naturschutzgebiete, Biotopverbund |
| Webseite | https://www.hamburg.de/naturschutz/ |
| Anschrift |
Adresse anzeigen Adresse ausblenden
Neuenfelder Straße 19
21109 Hamburg Deutschland |
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26. März 1985