Wer an dunkelnden Herbstnachmittagen das Wittmoor betritt, kann erfassen, was das Moor in der Literatur so einmalig macht: sein eigenartiges, eher morbides denn vitales Landschaftsbild, seine auch bedrückende Stille, die kalte durch die Kleider kriechende Feuchte. Und er wird sich der Sagen und Märchen oder auch mancher Gedichte erinnern, in denen das Moor die Bühne für ebenso wundersames wie schreckliches Geschehen gab.
In der Tat bietet das Wittmoor das wohl eindrucksvollste Bild eines ehemaligen Hochmoores in Hamburg. An den Abstichkanten der mächtigen bis zu drei Meter hohen Torfschichten sind noch viele einzelne Pflanzenreste zu erkennen. Hochmoore sind durch die extreme Versäuerung ihres Bodenkörpers recht artenarm. Nur ausgesprochene Spezialisten können sich neben dem landschaftsprägenden Torfmoos behaupten. An den Rändern wachsen Birken, Gagelstrauch und Blaubeere; die feuchten Zonen der Moorseen sind geprägt von Fieberklee, Sumpfblutauge, Ährenlilie oder Schnabel-Segge. Auf dem Hochmoorblock sind Schnabelried, Scheidiges Wollgras, Moosbeere und verschiedene andere Zwergsträucher zu finden. Das Wittmoor ist aufgrund des sauren Milieus des Hochmoorbodens arten- und auch individuenarm. Regenwürmer, Egel, Asseln, Weichtiere fehlen zumeist. Reich vertreten sind dagegen bestimmte Libellenarten wie Moosjungfer und Torf-Mosaikjungfer oder die Schwarzen und Roten Heidelibellen. Auf die durch Wasserstau vernässten Flächen sind Gras- und Moorfrosch zurückgekehrt. Bergeidechsen, Ringelnattern und Kreuzottern gibt es im Wittmoor wieder häufig. Aus der Vogelwelt sind vor allem Fitislaubsänger, Baumpieper und Goldammer zu nennen, die ihre Gelege überall in den ausgetrockneten Moorpartien haben. In den kleinen Moorweihern brüten Krickenten. Die hochmoortypischen Vogelarten wie Birkhuhn und Großer Brachvogel sind aufgrund ihrer Störungsempfindlichkeit aus dem Wittmoor verschwunden. Habicht und Turmfalke kommen auf den baumlosen Flächen gern zur Jagd, und während der Zugzeiten können auch Waldschnepfe, Bruch- und Waldwasserläufer beobachtet werden.
| Ort | Deutschland - Hamburg |
| Webseite | https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bukea/themen/naturschutz/naturschutzgebiete/wittmoor-173228 |
| Fläche | 2,12km² |
| Gründungsjahr | 1978 |
| IUCN Kategorie | IV |
| DtP ID | 21e88369-6858-44d6-b4a1-e5830e10db65 |
| Name und Abteilung |
Freie und Hansestadt Hamburg; Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft;
Naturschutz; Management der Hamburger Naturschutzgebiete, Biotopverbund |
| Webseite | https://www.hamburg.de/naturschutz/ |
| Anschrift |
Adresse anzeigen Adresse ausblenden
Neuenfelder Straße 19
21109 Hamburg Deutschland |
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